Лекции — Стилистика немецкого языка

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Проблема определения стиля напрямую связана с проблемой вариативности. Вариативность же, в свою очередь, это одно из основных свойств языка, демонстрирующее эволюцию и постоянное изменение языковой системы.

Если в 19 в. Херман Пауль отмечал, что толчком для этих изменений являются индивидуальные колебания (или внутренние особенности человека), то в настоящее время основной акцент делается на социальной природе языковых изменений.

В то же время отмечается, что вариативность – это неотъемлемое свойство живого литературного языка, и возможность варьирования заложена в самой природе языка. Одни варианты употребляются локально, другие распространены повсеместно, одни хронологически отмечены, другие не связаны со временем. Одни варианты – явление редкое в языке, другие отличаются частотой употребления. Одни варианты стилистически нейтральны, другие же экспрессивны и стилистически окрашены.

Академик Виноградов: «Язык представляет собой систему систем, и эта система является совокупностью связанных между собой функциональных стилей. В области искусствознания, литературоведения и лингвистики трудно найти термин более многозначный и разноречивый и соответствующее ему понятие более зыбкое и субъективно неопределенное, чем терминСтильи понятие стиля. Изучение языка, с какой бы стороны оно не стремилось уяснить это сложное явление, также пришло к осознанию важности и даже необходимости разграничения стилей языка, а также стилей речи или социально-речевых стилей».

Определения понятия «стиль»:

Wahrig

  1. Die Art und Weise sich schriftlich auszudrücken;

z.B. Stil eines Dichters. Flüssiger Stil, knapper Stil.

  1. Eincheitliches Gepräge der künstlerischen Erzeugnisse einer Zeit, einer Persönlichkeit;

z.B. Baustil, Barokstil, gotischer Stil, der Stil Richard Wagners.

  1. Besonderes Gepräge einer menschlichen Lebensweise;

z.B. Lebensstil, der Stil einer Zeit.

  1. Art, Technik der Ausübung einer Sportart;

z.B. Schwimmstil.

Langenscheidt

  1. Die Art und Weise, in der jemand spricht oder schreibt.
  2. Die Art, in der ein Kunstwerk gemacht ist.
  3. Die tüpische Art und Weise, wie sich jemand z.B. im Sport bewegt.
  4. Die Art und Weise, wie sich jemand verhält.

Gegenstand und Aufgaben der Stilistik

Die Stilistik ist ein Zweig der philologischen Wissenschaften, sie verfügt über ihr spezifisches Forschungsgebit und hat ihre spezifischen Aufgaben. Der Gegenstand der Stilistik ist die Erforschung von Sprachstilen unter Berücksichtigung ihrer historischen Entwicklung. Stilistik ist die Lehre von Stilen einer Nationalsprache, von ihren Beziehungen zueinander, von den synonymischen Ausdrucksmöglichkeiten im schriftlichen und mündlichen Verkehr innerhalb einer Nation unter konkreten gesellschaftlichen und individuell bedingten Umständen.

Der Gegenstand der Stilistik umfasst 4 große Forschungsbereiche:

  1. Lehre von der Verwendung der sprachlichen Ausdrucksmittel.
  2. Geschichte des Stils, d.h. die Untersuchung der einzelnen Stiltypen in ihrer historischen Entwicklung.
  3. Lehre von den Individuellstilen, d.h. die Untersuchung von Einzelstilen.
  4. Lehre von den sprachlichen Individuellstilen in der schönen Literatur.

Das Problem der Stildefinition

Im wesentlichen lassen sich 3 Hauptmomente herausgeben, auf die sich die Stildefinitionen orientieren:

  1. Der semantische Aspekt.
  2. Der formale Aspekt.
  3. Der psychologische Aspekt.

Was den semantischen Aspekt angeht, bezeichnet E. Riesel die Stilistik als die Lehre von den synonymischen Ausdrucksmöglichkeiten im schriftlichen und mündlichen Verkehr innerhalb einer Nation unter konkreten Umständen. Diese Orientierung stützt sich darauf, dass ein und derselbe Sachverhalt sprachlich auf verschiedene Weise dargestellt werden kann, dass es in einer bestimmten Sprache lexische Gruppen gibt, die die Wörter mit gleicher oder relativschattierter Bedeutung von verschiedenen Seiten her erfassen.

Ein wichtiger Aspekt in vielen Stildefinitionen ist die Orientierung auf formale Qualitäten der Rede. Nach Wilhelm Kayser Stil ist die Einheit und die Individualität der Gestaltung der Rede. Die formale Orientierung zeigt sich darin, dass die Stilcharakteristik eines Textes und damit der Stilbegriff mit besonderen sprachlichen Mitteln und Formen, die innerhalb der Rede durch relative Häufigkeit hervortren und ein dominierendes Strukturmerkmal darstellen, in Verbindung gebracht werden. Als Stilkriterium bei diesem Aspekt wird die bevorzugtgebrauchte Wortart oder ein vorherrschend verwendetes syntaktisches Mittel angesehen.

Kennzeichnend für eine Reihe von Stildefinitionen ist die Orientierung auf die Tatsache, dass die Sprache in einem unmittelbaren Zusammenhang mit dem menschlichen Bewußtsein steht. Nach Rubinstein ist die Rede von Anfang an mit der individuellpsychischen Bedingheit behaftet. In der traditionellen Stilistik gibt es viele Untersuchungen mit solcher Orientierung. So wird z.B. Analyse in Hinblick auf den Wortgebrauch einzelner Autoren durchgeführt. Man muss aber nicht vergessen, dass die Rede in einem engen Zusammenhang mit der Sprache als eine gesellschaftlich überindividuelle Erscheinung steht.

Also „Stil“ ist eine besondere Komponente der Rede, die mit anderen Komponenten zusammenhängt, aber mit ihnen nicht gleichgesetzt werden kann. Solche Beziehungen bestehen zwischen dem Stil der Rede einerseits, und der Funktion sowie der Form der Rede andererseits. Es sind besondere funktionale und formale Elemente der Rede, die stilistisch von Bedeutung sind und den Gegenstand der Stilistik ausmachen.

Die sprachwissenschaftliche Stilistik ist nicht einfach eine Zusammenfassung von Lexikologie, Grammatik und anderen Disziplinen, sondern sie hat ihren spezifischen Gegenstand, der die Stilisik als eigenständige sprachwissenschaftliche Disziplin begründet.

Die Sprache als Mittel des Denkens und der Verständigung kann unter dem dialektischen Doppelaspekt Möglichkit und Wirklichkeit betrachtet werden. In jedem Fall, in dem wir die Sprache verwenden, geht eine Umwandlung von sprachlicher Möglichkeit in sprachliche Wirklichkeit. Die Sprache existiert als Möglichkeit und als Wirklichkeit. Die Sprache als Wirklichkeit ist der Redetext (die Rede), die Sprache als Möglichkeit ist das System der sprachlichen Zeichen, aus dem der aktuelle Sprechakt folgt. Diese beiden Seiten der Sprache sind klar voneinander zu unterscheiden.

Der Begriff „Stil“ bezieht sich unmittelbar nur auf die Verwendung der Sprache als Wirklichkeit, und nicht als Möglichkeit. Die deutsche Sprache als Ganzes, als System von Möglichkeiten besitzt keinen Stil. Es ist unsinnig vom Stil des Deutschen, Russischen u.s.w. zu sprechen. Oder z.B. die verschiedenen Sprachen stilistisch zu vergleichen. Es ist auch nicht richtig, von Stilqualitäten des Substantivs, des Passivs zu sprechen. Stilqualität erhalten diese Elemente erst in der Rede, d.h. auf der Ebene der Sprache als Wirklichkeit. Also die Rede ist die Gesamtheit der in einer Redeart realisierten Elemente eines gegebenen Systems sprachlicher Möglichkeiten. In diesem Zusammenhang ist es wichtig die Aufmerksamkeit darauf zu lenken, dass das sprachliche System synonymische Möglichkeiten enthält.

Stilistische Synonymie

Es werden häufig mehrere Arten von Synonymen unterschieden, z.B. vollständige S. unvollständige S. stilistische S. Die Bedeutung des Begriffs der kontextualen Synonymie ist für die Stilistik am wichtigsten. Es handelt sich um Wörter von verschiedener logisch gegenständiger Bedeutung, um Wörter, die isoliert keine Synonyme sind. Wenn wir zwei oder mehrere semantisch ähnliche Äußerungen innerhalb der synonymischen Reihe analysieren, so stellen wir fest, dass sie (Äußerungen) sowohl Gemeinsames, als auch Unterschiedliches enthalten. Die gemeinsamen Elemente nennen wir invariante Elemente und die Elemente, durch die sich die einzelnen Synonyme einer Reihe unterscheiden, nennen wir variante Elemente. Und dabei müssen wir nicht nur die semantische Seite, sondern auch die formale Seite berücksichtigen.

wesentlich – in hoher Masse.

Als stylistisch können wir nur solche Varianten bezeichnen, die sich nicht aus den obligatorischen Regeln der Grammatik beziehungsweise der Wortbildung oder des symantischen Systems ableiten lassen. Als stylistisch werden solche Elemente angesehen, die sich als fakultative Varianten erweisen. Damit sind jene Elemente gemeint, die auf Grund der synonymischen Möglichkeiten der Sprache in einer bestimmten Rede ausgetauscht, weggelassen oder hinzufügt werden können.

Die Gesammtheit der fakultativen Varianten stellt keine einfache Summe, keine liniare Anordnung von Elementen der Rede, sondern eine hierarchisch gestufte Organisation von austauschbaren Elementen dar, die in Wechselbeziehung mit den obligatorischen Ausdrucksmitteln stehen. Jede Rede ist die Realisierung nur einer unter mehreren synonymischen Möglichkeiten.

Stilistisch von Bedeutung sind die vom Sprecher wählbaren (fakultativen ) Ausdrucksmittel. Und die Verwendung der fakultativen Varianten ist jedoch grenzengesetzt, da es gesellschaftliche historisch bedingte Normen gibt.

Redestil ist demzufolge die Gesammtheit der an bestimmte gesellschaftliche Anwendungsnormen gebundenen fakultativen Varianten der Rede innerhalb einer Reihe synonymischer Möglichkeiten zur sprachlichen Darstellung eines Sachverhalts.

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